PM: Udo Voigt – ein geeigneter Festredner für den alljährlichen Fortbildungskongress Pharmacon 2011 der Bundesapothekerkammer?

23. Mai 2011
„Wir dagegen unterstützen trotzdem bzw. gerade deshalb die Proteste der „Vereinigung demokratischer Pharmazeutikerinnen und Pharmazeutiker“ (VDPP) gegen jeden erneuten Versuch „menschenverachtende und destruktive Polemik“ zu hofieren und ihr ein weiteres Podium zu geben. Die VDPP hat mit der Unterzeichnung der Europäischen Erklärung zum freien Zugang zur medizinischen Versorgung für Menschen ohne Papiere eine Möglichkeit des lösungsorientierten Umganges mit Diskriminierung und Ausgrenzung aufgezeigt und dürfte damit prädestinierter dafür sein, eine/n Festredner/in für Pharmacon 2011 zu stellen.
PM des Bündnis Rechtspopulismus Stoppen:

„Es sei ein bewährter Brauch, zur Pharmacon- Eröffnung bekannte deutsche Redner einzuladen, die zu aktuellen gesellschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Themen ‚Stellung‘ nehmen. Eingeladen würden nicht Personen, ‚weil sie unsere politischen Vorstellungen teilen, sondern weil sie die politische Diskussion in Deutschland entscheidend geprägt haben‘ rechtfertigte WUV- Geschäftsführer Gregor Ulrich laut Deutscher Apotheker- Zeitung die Einladung des Rassisten Sarrazin.“

Dazu erklärt das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“:

„Wenn es bei der Eröffnungsrede zum alljährlichen Fortbildungskongress Pharmacon 2011 der Bundesapothekerkammer um die ‚polarisierendsten politischen Köpfe der Politik‘ geht, könne man sich doch mit der gleichen Begründung auch an die Originale und berühmt-berüchtigten Stichwortgeber für „Ausgrenzungs-, Diskriminierungs- und Vererbungsideologien“ bei der NPD wenden. Denn Leute wie der NPD-Vorsitzende Udo Voigt danken jede Verbreitung rassistischer und sozialdarwinistischer Thesen mit unverbrüchlicher brauner Solidarität. Die Lösungsvorschläge zu aktuellen gesellschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Themen gleichen sich jedenfalls in unübersehbarer Weise mit denen anderer Rassist_innen. Auch die Hetze gegen Migrant_innen und sozial Benachteiligte wird von Udo Voigt ähnlich pointiert, klar und deutlich in die politische Diskussion in Deutschland eingebracht. Angst vor dem politischen Mainstream müssen die Veranstalter_innen vermutlich auch nicht haben, denn man kann ja, wie so oft in letzter zeit, gebetsmühlenartig und reflexhaft auf die freie Meinungsäußerung als höchstes Gut verweisen. Dagegen wird dann versucht, zu suggerieren, dass wenn schon, dann so oder so wohl nur Angst vor den verständnislosen Protestierenden gerechtfertigt sei.

Wir dagegen unterstützen trotzdem bzw. gerade deshalb die Proteste der „Vereinigung demokratischer Pharmazeutikerinnen und Pharmazeutiker“ (VDPP) gegen jeden erneuten Versuch „menschenverachtende und destruktive Polemik“ zu hofieren und ihr ein weiteres Podium zu geben. Die VDPP hat mit der Unterzeichnung der Europäischen Erklärung zum freien Zugang zur medizinischen Versorgung für Menschen ohne Papiere eine Möglichkeit des lösungsorientierten Umganges mit Diskriminierung und Ausgrenzung aufgezeigt und dürfte damit prädestinierter dafür sein, eine/n Festredner/in für Pharmacon 2011 zu stellen.