„Pro Berlin“ mit Miniaufgebot zu Rassist_innen_Event nach Köln

Die „Bürgerbewegung pro Deutschland beteiligt sich am „Marsch für die Freiheit“ am 7. Mai 2011. Gemeinsam fahren wir am 6. Mai 2011 nach Köln.“ verkünden die Rassist_innen euphorisch auf der Webseite des Landesverbandes Berlin. Letztendlich konnten lediglich eine Frau sowie sechs Männer, darunter Lars Seidensticker, Reinhard Haese (Landesvorsitzender Republikaner Berlin) und Torsten Meyer (Landesvorsitzender der DVU Berlin sowie ehemaliges Mitglied der NPD-Fraktion in Lichtenberg) mobilisiert werden, die mit etwas Verspätung von ihrem Büro in der Alle der Kosmonauten 28 abfuhren. Grund für die Verspätung war das spontane Interesse einiger Antifaschist_innen an dem „Großspektakel Abfahrt“ in Marzahn/ Hellersdorf, durch das sich Lars Seidensticker bedroht fühlte und sich gezwungen glaubte, die Hilfe der zweiten Einsatzhundertschaft der Berliner Polizei in Anspruch nehmen zu müssen.



Seidenstickers Hilferuf?

Seidensticker nutzte dann auch sogleich die Gunst der Stunde, um diese Antifaschist_innen mit freundlicher Genehmigung der Berliner Polizeibeamt_innen bei der folgenden erkennungsdienstlichen Polizeimaßnahme abzufotografieren, während den Betroffenen einschließlich einem anwesenden Pressefotografen das Fotografieren verboten wurde. Nach einigen „lehrreichen“ Auskünften über die Gleichsetzung von „linker“ und „rechter Gewalt“ sowie zu „präventiver Gewaltverhinderung“ als Begründung für die Einschränkung von Bürger_innenrechten und Pressefreiheit durch diese Beamt_innen, folgte nach der Abfahrt des Aufgebotes von „Pro Berlin“ der Platzverweis zum Schutze des leeren Büros.

Gemeinsam mit anderen extrem rechten und rassistischen Parteien und Gruppierungen, allen voran der österreichischen FPÖ und dem belgischen Vlaams Belang, wollen „Pro Berlin“, „Pro Köln“ und „Pro NRW“ ihre Hetze gegen und Kriminalisierung von Menschen wegen ihrer sozialen, kulturellen und/oder religiösen Herkunft und Anschauungen am 7. Mai fortsetzen. Mehrere Bündnisse zivilgesellschaftlicher Akteur_innen mobilisieren gegen den Versuch von extrem Rechten und Rassist_innen nun zum dritten Mal nach 2008 und 2009 ein Großevent in Köln stattfinden zu lassen. Ihnen senden wir unsere antifaschistischen und antirassistischen Grüße und wünschen so viel Erfolg wie schon in den vergangenen Jahren, als diese Events am Widerstand von Antifaschist_innen scheiterten.