„Pro Deutschland“ entschleiert sich weiter!

Zu ihrer „Wahlkampfauftaktveranstaltung“ für die Berliner Wahlen 2011 vor dem Brandenburger Tor am 28. November ist nicht nur zum wiederholten Male der Landesvorsitzende der mittlerweile bedeutungslosen Republikaner in Berlin, Reinhard Haese als Redner eingeladen.

Ihren „anspruchsvollen“ Redner_innenreigen ergänzt nun auch noch Henry Nitzsche. Im Anschluss sollen hier einige Beispiele deutlich machen, warum sich die „geläuterten“ ehemaligen NPD-, DVU- und Repsfunktionäre so gut mit dem ehemaligen CDU-Bundestagsmitglied Henry Nietzsche verstehen.

Die wichtigste gemeinsame schicksalshafte Erfahrung von Rouhs und Nietzsche soll aber nicht vorenthalten werden … die regelrechte Flucht vom „Anti-Islamisierungskongress“ 2008 aus Köln. Gelernt scheinen sie daraus jedoch noch nichts zu haben. Aber vielleicht teilen sie ja bald eine weitere gemeinsame Erfahrung, dann aus Berlin und der stets anwesende Schauspieler Karl Ernst Horbol macht daraus gleich ein Trauerspiel fürs Fernsehen?

Nietzsche ist ehemaliges CDU-Mitglied und jetzt Vorsitzender der sächsischen Wählervereinigung „Bündnis Arbeit, Familie, Vaterland – Liste Henry Nitzsche“ e.V. . Er scheint ebenfalls besonders prädestiniert für diese rassistische Runde von „Pro Deutschland“ zu sein, wirbt doch seine Wählervereinigung auf ihrer Webseite mit dem Spruch „Sachsenmut stoppt Moslemflut“. Auch machte er schon bei einer Rede 2008 keinen Hehl aus seinem Rassismus: „Wir sind ja dann kein Volk von Deutschen mehr, … Also, es gibt den Afro-Deutschen, den Türken-Deutschen und alles Mögliche. Wir sind dann nur noch die deutschstämmigen Deutschen.“ … “Das Bündnis setzt allein auf das Prinzip der Abstammung zur Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft. Deutsche können laut dieser Auffassung nur die sein, die deutsche Vorfahren haben.

Negativ aufgefallen ist Nitzsche allerdings schon vorher mit seinen abwertenden und rassistischen Sprüchen. Wie der „Tagesspiegel“ und die „Leipziger Volkszeitung“ übereinstimmend berichteten, soll Henry Nitzsche im Juni 2006 bei einer Parteiveranstaltung zum Thema Patriotismus gesagt haben, dieser werde gebraucht, „um endlich vom Schuldkult runterzukommen“ und damit „Deutschland nie wieder von Multi-Kulti-Schwuchteln in Berlin regiert wird“. Folgerichtig erhielt er daraufhin auch sofort einen Aufnahmeantrag von der NPD. In seiner Rede „Zur Lage der BRD in Europa“ im April diesen Jahres vor der rechten völkisch-nationalistischen Burschaftlichen Gemeinschaft setzte er seine homo- und transfeindlichen Äußerungen fort und sagte: „Tja, meine Damen und Herren, es scheint in Deutschland mittlerweile wirklich kaum etwas Wichtigeres zu geben, als die Lobbyarbeit für irgendwelche sexuellen Abnormitäten. Aber was erwartet man auch, wenn Berufsschwule und Interessensvertreter der Regenbogenfraktion bis in die höchsten Ebenen der Politik aufsteigen.“ Ohne Worte …?

Auf einem Seminar der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft (SWG), die in ihren Publikationen die deutsche Kriegsschuld im Zweiten Weltkrieg relativiert sowie Straffreiheit für Holocaust-Leugner fordert, sagte er: „Ich trage nicht die Schuld meiner Väter, insofern sie überhaupt eine haben.“ Das erklärt auch seine häufigen Auftritte bei „Landsmannschaften“ und „Vertriebenverbänden“ wie auch die häufige Verwendung des Begriffs „Mitteldeutschland“ als Synonym für die neuen Bundesländer. Im selben Kontext wird die Bezeichnung „Mitteldeutschland“ vor allem von Vertreter_innen extrem rechter Parteien wie NPD und DVU verwendet, um so die Nicht-Anerkennung der Westgrenze Polens und die Aufrechterhaltung der Gebietsansprüche auf die ehemaligen deutschen Ostgebiete zum Ausdruck zu bringen. Auch in Bezug auf Geschichtsklitterung und –relativierung liesse sich die Reihe unsäglicher rassistischer, völkisch-nationalistischer Äußerungen Nietsches fortsetzen.