3. Juni 2010: Keine Gründung von „pro Berlin“ im Hotel Morgenland

Wie durch Gespräche mit der Hotelleitung und eine Pressemitteilung bestätigt, wird es keine Gründungsveranstaltung eines Landesverbandes Berlin der selbsternannten Bürgerbewegung „pro Deutschland“ im Hotel „Morgenland“ (Lichterfelde) geben. Das „pro Deutschland“ nun von „Druck und Drohszenarien gegen Gastwirte“ fantasiert, die „ins Sortiment totalitärer politischer Werkzeuge aus dem 20. Jahrhundert passen“ würden, zeigt die Hilf- und Kopflosigkeit dieses rassistischen Vereins. Das Hotel „Morgenland“, welches zur ‚EJF Service und Fürsorge gemeinnützige GmbH‘ gehört, hatte die Stornierung der Buchung unter anderem damit begründet, dass der diakonische Träger EJF auch Mitinitiator des Deutsch-Arabischen Zentrums in Berlin-Neukölln ist und darüber hinaus aktive Integrationsarbeit mit jugendlichen Migranten leistet. Dies als eigenständige Motivation für die Verweigerung von Räumen zu begreifen, hätte für „pro Deutschland“ bedeutet, anzuerkennen, dass es viel mehr Menschen gibt, die den rassistischen Hintergrund dieses Vereins durchschaut haben. Der Versuch ein Bedrohungsszenario für Gastwirte zu konstruieren und parallel dazu die Betreiber_innen der Webseite „blick nach rechts“ (bnr.de) zu diffamieren, offenbart lediglich ein weiteres Mal das Verständnis dieses Vereins von einem „demokratischen“ Umgang mit anderen Meinungen. Die Betreiber_innen von „blick nach rechts“ hatten sich mehrfach kritisch mit den Hintergründen sowie den Inhalten und Zielen der selbsternannten Bürgerbewegung und einiger seiner Vertreter_innen auseinandergesetzt. Wir begrüßen die Entscheidung des Hotels und sehen hierin eine weitere Bestätigung dafür, dass egal wo dieser Landesverband letztendlich gegründet wird, der Versuch einer gesellschaftlichen Verankerung in Berlin scheitern wird. Das wird sich auch am 17. Juli um und im Rathaus Schöneberg bestätigen, wenn „pro Deutschland“ dort seinen Bundesparteitag abhalten will.